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Irgendwie irre, schießt es ihr durch den Kopf, man kann als unbeteiligte Person zwischen Fronten geraten, mit deren Ursachen man nicht das Geringste zu tun hat.

 

Ausschnitt aus einer meiner Montage-Collagen (1998)

 

Kurzbeschreibung

7. September 2001: Der Tunesier Habib Hafside wird an seinem Arbeitsplatz in einer Kieler U-Boot-Werft von seinen Kollegen beleidigt. Bisher waren die Anfeindungen eher unterschwelliger Art, jetzt wird er als Fremder in Deutschland öffentlich beschimpft und belästigt. Kurz darauf wird Hafside auf offener Straße von mehreren Männern überwältigt, in ein Auto gezerrt und verschleppt. Als wenig später eine abgehackte Hand in das türkische Kulturzentrum in Husum geworfen wird, beginnt für Kommissar Jan Swensen ein Wettlauf gegen die Zeit, denn der Terror ist mit einem Mal zum Greifen nah …

Wimmer Wilkenloh versteht es ausgezeichnet, weltpolitische Ereignisse und aktuelles Zeitgeschehen in eine fesselnde Geschichte um Glaubenskämpfe, Geheimdienste und persönliche Rache einzubinden.



Interview mit dem Autor:

Frage: Herr Wilkenloh, ihr zweiter Krimi präsentiert sich ganz anders als "Hätschelkind". Dieses Mal gibt es  keinen literarischen Bezug, sondern brisante Themen wie Anschläge, Verschleppung etc. Was gefällt dem Autor Wilkenloh besser?

Da würde ich mich auf keine Seite schlagen wollen. Ich habe an beiden Büchern gleich gern gearbeitet. Das liegt sicher daran, dass für mich eine Idee, die gut zu meinem Kommissar mit buddhistischer Weltsicht passt, stark im Vordergrund steht. Im Fall von "Feuermal" kam mir diese Idee während eines Urlaubs auf Zypern. Die Grenze mitten durch Nikosia, die letzte geteilte Stadt in Europa, hat mich sehr intensiv an unsere deutsche Geschichte erinnert. Der ungeklärte Konflikt zwischen Türken und Griechen wurde dann zum entscheidenden Thema des Buches, das diesmal auch Weltereignisse mit dem Lokalkolorit von Husum verbindet.

Frage: War für dieses Buch eine umfangreiche Recherche notwendig?

Gerade für dieses Buch war eine intensive Grundrecherche wichtig, um die breit angelegte Rahmenhandlung zu entwickeln, die auf Zypern, in der Türkei, in Afghanistan und im Sudan spielt. Dazu gehörte auch, sich in die Religion des Islam einzuarbeiten und die Entwicklung des internationalen Terrorismus zu begreifen. Aber ich habe nicht nur unzählige Sachbücher gelesen, ich bin auch häufig in Husum gewesen und habe die Leute beobachtet. Außerdem durfte ich speziell für dieses Buch bei einer Nachtfahrt der Nord-Ostsee-Bahn von St.Peter nach Husum im Führerstand mitfahren.

Frage: Sind Sie Krimileser, oder welche Art von Literatur bevorzugen Sie als Leser?

Ich bin auch heute noch kein großer Krimileser. Lange Jahre habe ich diese Form von Literatur sogar bewusst gemieden. Erst Henning Mankell hat mich so begeistert, dass ich alle Bücher von ihm gelesen habe. Die subtile Spannung, die der Autor erzeugen kann, selbst wenn die Story manchmal zu wünschen übrig lässt, hat mich sehr fasziniert. In der Zwischenzeit sind natürlich mehrere Kolleginnen und Kollegen dazugekommen. Toll finde ich zum Beispiel "Ein Ort für die Ewigkeit" von Val McDermid. Dazu kommen, schon aus Recherche-Gründen, Sachbücher. Das Wichtigste, das ich im Zusammenhang mit "Feuermal" gelesen habe ist "Terror und Liberalismus" von Paul Berman. Einen großen Anteil haben auch spirituelle und buddhistische Bücher. Im Moment lese ich gerade das Sachbuch "Buddhismus und Quantenphysik" von Christian Thomas Kohl.
 

Wimmer Wilkenloh wurde 1948 in Itzehoe geboren. War viele Jahre als freier Fernsehautor tätig, u.a. für das NDR-Satire-Magazin »EXTRA 3«. Heute arbeitet er als freier Künstler und Krimiautor in Hamburg.

 

Husum nach dem 11.September

Ein Roman, der unter anderem den Anfang des internationalen Terrorismus beschreibt


4. Auflage - 10.000 Exemplare